
Die besten Eisdielen in Berlin – von Patisserie bis Eckkneipe
Earl Grey mit Shortbread, Miso-Caramel, veganes Spaghetti-Eis: Berlins Eisszene hat die Vanille-Schoko-Routine lange hinter sich.
Eis in Berlin hieß lange: eine Kugel Vanille, eine Kugel Schoko, fertig. Die Stadt hat das hinter sich gelassen. Inzwischen arbeiten hier Eismacher:innen, die aus der Patisserie kommen, ihre Rohstoffe aus Sizilien und Tahiti holen und Sorten bauen, die man eher aus Tokyo kennt als vom Eiswagen.
Das hier sind die Adressen, an denen sich die Schlange im Sommer wirklich lohnt – quer durch die Stadt, von der Eispatisserie bis zur Eckkneipe mit Softeis.
Jones Ice Cream – die Manufaktur mit der Waffel
Jones Ice Cream im Akazienkiez backt Waffeln und Cookies selbst und lässt süß auf salzig treffen: Fudge Choco Caramel Peanuts, Earl Grey Shortbread Lemon Curd, Salted Butter Caramel. Alles eifrei auf Basis von frischer Milch und Sahne, dazu drei vegane Fruchtsorbets. Die Filiale an der Eberswalder Straße ist die Take-away-Variante – zwei Minuten vom Mauerpark.
Der Move in Schöneberg: die Eis-Cookie-Kombi, ein warmer Triple Choc mit Salted Butter Caramel. Und im Becher kostet die Kugel keinen Aufpreis gegenüber der Waffel – die Portion bleibt gleich.
Hokey Pokey – Eis als Patisserie
Hokey Pokey versteht sich als Eispatisserie, nicht als Eisdiele – französisches und italienisches Handwerk, Fine-Dining-Aromatik, Pistazien aus Sizilien, Vanille aus Tahiti. Die Signature-Sorte trägt den Namen des Ladens: Butter-Karamell mit gepufftem Popcorn. Drumherum Mohn-Marzipan und eine Madagaskar-Schokolade mit Ziegenmilch und Meersalz, die ins Säuerlich-Salzige kippt.
Inzwischen ist daraus eine kleine Familie geworden: Stammhaus in der Stargarder Straße, Adressen an der Oderberger, in Pankow (mit eigener Produktionsküche) und auf der Torstraße in Mitte – letztere hält die Theke bis spät am Abend offen. Der Move für nach dem Abendessen.
amatō – Matcha, Yuzu, Miso-Caramel
amatō im Helmholtzkiez ist ein asiatisch inspiriertes Café, dessen Eistheke Register zieht, die man in Berlin sonst kaum findet: Matcha trifft Yuzu, Miso-Caramel landet neben Hojicha, Lychee-Jasmintee bildet die Sommerlinie. Dazu eine japanisch geprägte Patisserie-Auswahl, deren Stücke fast zu präzise gefinisht sind, um sie anzubeißen.
Die Sorten rotieren regelmäßig – der zweite Besuch lohnt sich fast mehr als der erste.
Tribeca – vegan, ohne Sternchen
Tribeca Ice Cream in der Rykestraße macht veganes Eis ohne Soja und Raffinade-Zucker – handgemacht, mit Sortenrotation von Yuzu Cheesecake über Tonka White Chocolate bis Nougat Salted Brownie. Probieren vor dem Kauf ist ausdrücklich erwünscht.
Der Pick: das vegane Spaghetti-Eis, das als eigene Portion auf der Karte steht. Eine zweite Filiale gibt es in Friedrichshain.
Vanille & Marille – der Steglitz-Klassiker
Vanille & Marille fährt in Steglitz ein eigenes Sortenprogramm: Cherry Cheesecake und Marille Cheesecake laufen als Klassiker, das Mojito-Sorbet hält sich als Sommerpick. Die veganen Optionen gehen über einfache Sorbets hinaus.
Bei Cherry Cheesecake und Mojito-Sorbet lohnt kein langes Zögern – das sind die meistgefragten Sorten des Hauses.
Spumante – das Kreuzberger Kuriosum
Spumante in der Reichenberger Straße ist eine Berliner Kategorie für sich: italienischer Name, deutsche Eckkneipe, Eisdielen-Sortiment. Softeis neben Zwiebelschmalzbrot, Sekt und Aperol vom Tresen, drinnen Holz und Resopal, draußen Tische am Bordstein.
Die richtige Bestellung: ein Zitroneneis und ein Schmalzbrot mit Kümmel – die zwei Enden der Karte, in einer Bestellung verbunden.
Fazit
Berlins Eisszene hat sich vom Eiswagen emanzipiert. Patisserie-Technik, asiatische Aromen, vegane Manufakturen – und mittendrin eine Eckkneipe mit Softeis, die alle Kategorien ignoriert. Die Vanille-Schoko-Routine war gestern.
