
Die besten veganen Restaurants in Berlin – vom veganen Döner bis zum Sechs-Gänge-Menü
Berlin hat vegan nicht nur übernommen, sondern miterfunden — der vegane Döner stammt von hier. Fünfzehn Adressen vom Friedrichshainer Imbiss bis zum Shōjin-Ryōri-Menü.
Berlin gilt seit Jahren als vegane Hauptstadt Europas, und anders als bei den meisten solcher Titel stimmt der hier: Der vegane Döner wurde nicht importiert, sondern in Friedrichshain erfunden. Was daraus geworden ist, reicht heute vom Imbiss mit selbstgemachtem Vleischspieß bis zum Sechs-Gänge-Menü hinter einer rot lackierten Hinterhoftür.
Fünfzehn Adressen, die alle eines gemeinsam haben: Sie sind komplett vegan — kein Extra-Menü, keine Ersatzspalte am Kartenrand. Sortiert vom großen Abend abwärts bis zum Donut.
Oukan – Tempelküche hinter der roten Tür
Mitte · VeganOukanAuf die MapBerlins veganes Fine-Dining-Haus orientiert sich an der Shōjin Ryōri, der jahrhundertealten Tempelkost des japanischen Buddhismus, und überträgt deren Prinzipien auf saisonale Zutaten mit Berliner Akzent. Hinter der rot lackierten Tür im Hinterhof öffnet sich ein fast sakraler Raum: dunkler Beton, gedämpftes Licht, ein riesiger Bonsai in der Mitte. Highlight des Sechs-Gänge-Menüs ist die Krause Glucke unter der Glasglocke, die am Tisch mit Nebelschwaden geöffnet wird.
Die Tee-Begleitung ist kein Verzicht auf Alkohol, sondern ein eigenes Programm — mehrere Aufgüsse, jeder Gang einzeln abgestimmt. Wer Wein will, nimmt die deutsche Karte.
HAPPA – Low Waste von Sophia Hoffmann
Kreuzberg · VeganHAPPA RestaurantAuf die MapSophia Hoffmann und Nina Petersen führen in der Schlesischen Straße ihr erstes gemeinsames Restaurant — konsequent vegan und konsequent Low Waste: Gemüse wird möglichst vollständig verarbeitet, die Linie ist alpenländisch-mediterran. Unter der Woche läuft eine täglich wechselnde Tageskarte mit Salat, Suppe, Hauptgericht und Nachtisch.
Dienstag bis Freitag abends läuft „Das kleine Happa“ als Drei-Gänge-Menü für 40 Euro, samstags ein Fünf-Gänger — Tickets gibt es vorab.
Vöner – der Erfinder des veganen Döners
Friedrichshain · VeganVönerAuf die MapDer Laden in Friedrichshain gilt als Pionier des veganen Döners in Berlin — und damit als Ursprung einer Gattung, die inzwischen in der halben Stadt kopiert wird. Der Vleischspieß entsteht im Laden selbst, genau wie ein Großteil der übrigen Karte. Neben Döner und Dürüm läuft Currywurst auf pflanzlicher Basis.
Die Pommes mit veganer Käsesauce und gebratenen Zwiebeln bestellen — eine Berliner Spezialität für sich, die anderswo ihresgleichen sucht.
Zerö Kebab – Döner im umkämpften Revier
Mitte · VeganZerö Kebab | Plant-Based DönerAuf die MapAm Rosenthaler Platz, mitten im wohl umkämpftesten Kebab-Revier der Stadt, macht Zerö den Döner konsequent pflanzlich: Planted-Basis auf Erbsenprotein, wahlweise als Chicken- oder Kebab-Variante und auch gemischt. Die vier Saucen sind hausgemacht und eigens für den Döner entwickelt, sogar der Ayran ist vegan.
Grillgemüse als Topping kostet nichts extra — einfach mitbestellen.
Kamala Vegan – die Seitan-Ente vom Boxi
Friedrichshain · ChinesischKamala Vegan - Chinesisches RestaurantAuf die MapEin paar Schritte vom Boxhagener Platz steht ein konsequent veganes Chinarestaurant, das auf Tapas-Portionen zum Teilen setzt — ein Format, das zum Querbeet-Bestellen einlädt. Fake Beef mit ordentlich Knoblauch trifft Jia-Jia-Mien-Nudeln und einen Salat aus hauchdünnen Tofublättern mit Gurke, Koriander und Chili.
Die knusprige vegane Ente auf Seitan-Basis bestellen — das ist das Gericht, für das man herkommt.
Susu Vegan Food – Sichuan in voller Dosis
Prenzlauer Berg · ChinesischSusu Vegan FoodAuf die MapEinen Katzensprung vom U-Bahnhof Eberswalder Straße kocht die Crew von der CAI Kitchen vegane Sichuan-Küche im Imbiss-Format. Die Karte hält sich kurz — vier Vorspeisen, sechs Hauptspeisen — und dosiert Chili und Szechuanpfeffer ohne Zurückhaltung. Die Mapo-Tofu-Rice-Bowl steht neben Nudeln mit Sojaspießen und gelbem Bohnenpüree.
Für Hitzeresistente: Gurkensalat und die Nudeln mit Hot Peanut Sauce bringen den Szechuanpfeffer wirklich zum Kribbeln.
La Stella Nera – neapolitanische Pizza im Kollektiv
Neukölln · Italian / PizzaLa Stella NeraAuf die MapIn Neukölln wird im Kollektiv geführt — eine feste Chefposition gibt es hier nicht. Aus dem Holzofen kommt neapolitanische Pizza, dazu hausgemachte Pasta und frische Salate. Die Karte ist konsequent vegan, und bei den Käsealternativen stehen gleich mehrere Varianten zur Wahl statt der üblichen einen.
Das italienische Softeis mit Olivenöl und Shortbread-Krümeln zum Abschluss nicht auslassen.
Klinke – deutsche Kost zum Teilen
Kreuzberg · VeganKlinkeAuf die MapDrei Geschwister Klinkenberg sortieren an der Dresdener Straße deutsche Kost als Sharing-Format: kleine Teller, gezapftes Bier, dazu Wein und raffinierte Drinks. Das Geschirr macht den Rest — Schüsseln und Teller, in Neukölln gefertigt, ahmen die Hügelkante des Viktoriaparks nach.
Die Kohlroulade mit Hirse aus der veganen Spur bestellen — die distinktere Wahl gegenüber der Standard-Roulade. An der Bar führt der Limoje.
Neue Republik Reger – veganer Leberkäse in Alt-Treptow
Treptow · VeganNeue Republik RegerAuf die MapAus dem Reger-Burger-Foodtruck ist ein fester Eckladen in Alt-Treptow geworden, und die Karte dreht sich unverändert um Fast-Food-Klassiker: Burger, Pommes, Poutine, Currywurst und Hot Dogs — alles vegan. Im Sommer kommt Softeis dazu, ab und zu steht Drag Bingo auf dem Programm.
Der Leberkäse-Burger mit süßem Senf und Sauerkraut ist das Signature. Montags ist Burgertag mit reduzierten Preisen.
Sfera – Naturwein im ehemaligen Fleischerladen
Neukölln · ItalienischSferaAuf die MapEin ehemaliger Fleischerladen, jetzt rein veganes Café und Naturwein-Bar — die Ironie ist Teil des Charmes. Honigwaben-Fliesen, königsblaue Stühle, hinten eine ganze Wand aus Flaschen. Mittags Brunch, abends Sharing-Teller bei Kerzenlicht, dazwischen Kuchen und ein Chai, der die Anreise rechtfertigt.
Signature ist der Butterberg — vegane Butter zu allem, was warm aus der Küche kommt. Kein Verzicht-Vibe an irgendeiner Ecke.
MANA Food – Brunch in Moabit
Moabit · VeganMANA Food MoabitAuf die MapSchräg gegenüber der Arminiusmarkthalle läuft seit 2020 ein veganes Programm von morgens bis in den Nachmittag: Bowls aus regionalen und saisonalen Zutaten, dazu Pancakes und Shakshuka für den klassischen Brunch-Teller. Nachmittags übernehmen Kuchen und Snacks — Moabit hat damit seinen festen Frühstücks-Spot.
Küche läuft nur bis in den Nachmittag — wer abends kommt, kommt zu spät. Vorher die Markthalle mitnehmen.
Soi & Co. – alles über die Sojabohne
Mitte · CaféSoi & Co. Plant-Based CafeAuf die MapIn der Linienstraße läuft alles über die Sojabohne: Die Tartes sind aus Tofu, das macht sie seidig und federleicht. Die Bohnen werden im Laden auf einer Steinmühle gemahlen, daraus entsteht die Milch für Kaffee und Matcha Latte. Der Raum ist puristisch, Bambus vor verputzten Wänden — mehr Galerie als Café.
Der Yuzu-Cheesecake ist die wahrscheinlich kompromissloseste vegane Patisserie der Stadt — und nachmittags oft schon weg. Kartenzahlung only.
Brammibal's Donuts – vegan ohne Aufhebens
Neukölln · VeganBrammibal's DonutsAuf die MapBram und Jessica haben auf Berliner Streetfood-Märkten angefangen, 2016 kam der feste Laden am Maybachufer gegenüber dem Türkenmarkt. Konsequent vegan — und das ohne Aufhebens: Auf der Karte steht es nur klein gedruckt. Die Vitrine läuft mit Chocolate Peanutbutter Fudge und Maple Smoked Coconut, dazu saisonale Drops.
Der Laden, der Berlin zur Donut-Stadt gemacht hat — inzwischen mit Filialen quer durch die Stadt, aber das Maybachufer bleibt das Original.
Und weil die Liste sonst nie aufhört: Tribeca macht das beste vegane Eis der Stadt, GEMELLO die vegane Pizza am Helmholtzplatz, Froindlichst das Comfort Food in Prenzlauer Berg, Lia's Kitchen die Burger mit Tel-Aviv-Wurzeln, VEG'D die Whole-Food-Variante am Boxi — und Daily Dumpling die veganen Momos in Mitte.
Fazit
Das Bemerkenswerte an Berlins veganer Szene ist nicht ihre Größe, sondern dass sie aufgehört hat, sich zu erklären. Niemand hier verkauft Verzicht — es gibt Ente, Leberkäse, Döner und ein Sechs-Gänge-Menü, und die Frage nach dem Fleisch stellt sich beim Essen einfach nicht mehr.



