Kaffee in Berlin: Kleine Röstereien und gute Cafés

Ein Geisha aus Kolumbien bei Kolo, Espresso am Tresen bei DoubleEye, Käsekuchen bei Five Elephant, Kaffee aus der Cezve bei BEN RAHIM: 14 Cafés und Röstereien in Berlin.
Specialty Coffee hat in Berlin früh angefangen. 2001 machte DoubleEye im Akazienkiez auf, 2006 Bonanza an der Oderberger Straße, als die meisten Cafés noch Filterkaffee aus der Kanne ausschenkten. Heute röstet die halbe Stadt selbst. Die 14 Adressen hier sind die, bei denen es sich lohnt, nach der Bohne zu fragen.
Kolo Coffee – Mikrorösterei mit Wettkampf-Bohnen
Mitte · KaffeeKolo CoffeeZur MapVladyslav Demonenko kommt aus der Ukraine und wurde 2022 in Mailand Vizeweltmeister im Coffee in Good Spirits, der Disziplin, in der Kaffee auf Alkohol trifft. Während des Krieges zog er nach Berlin und gründete 2024 Kolo, Mikrorösterei und Café in der Brunnenstraße. Eingekauft werden Single Origins, seltene Microlots und Kaffees in Wettbewerbsqualität, gerade etwa ein Geisha aus Kolumbien. Die Wettbewerbskaffees gibt es auch als Filter, und dafür kommt man her.
Kolo Coffee: Wo ich jetzt meinen Kaffee trinkeGuides · 27. August 2026Kolo Coffee: Wo ich jetzt meinen Kaffee trinkeBonanza Coffee Heroes – seit 2006 in der Oderberger
Prenzlauer Berg · CaféBonanza Coffee HeroesZur MapAls Yumi Choi und Kiduk Reus 2006 an der Oderberger Straße ihr Café eröffneten, gab es in Berlin kaum Specialty Coffee. Kennengelernt hatten sie sich in Rotterdam. Heute röstet Bonanza selbst und verschickt die Bohnen in ganz Europa. Als Filter zeigt sich der aktuelle Bestseller am besten.
Jules Geisberg – Kaffee im alten Postamt
Schöneberg · CaféJules GeisbergZur MapJules Geisberg liegt in einem ehemaligen Postamt am Viktoria-Luise-Platz, über der Fassade steht noch immer eine lebensgroße Statue. Im September 2020 eröffnete Jules hier den zweiten Laden, nach dem Café am Gleisdreieck. Drinnen ist es hell, mit Marmor und einer Eckbank. Der Kaffee kommt von unabhängigen Röstereien. Am schönsten sitzt man mit Filterkaffee und Bananenbrot auf der Eckbank.
DoubleEye – Espresso seit 2001
Schöneberg · CaféDoubleEyeZur MapArno Schmeil hat die winzige Espressobar an der Akazienstraße 2001 eröffnet, damit gehört DoubleEye zu den ältesten Specialty-Coffee-Adressen der Stadt. Schmeil hat Barista-Meisterschaften gewonnen und besucht die Bauern, von denen er kauft. Die Öffnungszeiten sind so genau wie der Kaffee: Montag bis Freitag von 8.19 bis 18.29 Uhr. Die Schlange ist oft lang, der Raum klein. Getrunken wird der Espresso am Tresen, den Hausblend nimmst du als Bohnen mit.
Companion Tea & Coffee – Tee auf Augenhöhe
Neukölln · CaféCompanion Tea & CoffeeZur MapCompanion begann Anfang 2013 als Espresso- und Teebar in der Ecke eines Kreuzberger Modeladens. Die Gründer kommen aus Vancouver und Perth und haben sich hinter einer Berliner Bar kennengelernt. Bald kamen Tees dazu, direkt von den Farmen bezogen, und daraus wurde ihre eigentliche Leidenschaft. 2018 eröffneten sie an der Weserstraße ihren eigenen Teesalon. Jeder Tee der aktuellen Ernte ist bis zur Farm zurückzuverfolgen, Kaffee gibt es trotzdem.
Distrikt – Frühstück den ganzen Tag
Mitte · CaféDistriktZur MapSophie Hardy und Hannes Haake sind jahrelang von Café zu Café gezogen, bevor sie 2014 Distrikt an der Bergstraße eröffneten. Frühstück gibt es den ganzen Tag. Der Kaffee kommt von Fjord aus Berlin und wechselnden europäischen Röstereien, der Tee von Companion. Ein guter Einstieg ist der Frühstücksteller mit Sauerteigbrot, Comté, Blaubeermarmelade und weichem Ei.
The Barn – angefangen in der Auguststraße
Mitte · CaféThe Barn Café MitteZur MapRalf Rüller hatte in London als Schauspieler gearbeitet, als er 2010 in der Auguststraße sein erstes Café eröffnete. Er wollte Sandwiches und Kaffee in der Qualität, die er aus London kannte, und setzte auf New Yorker Minimalismus statt Berliner Vintage. 2012 fing er an, selbst zu rösten. Zum Kaffee gehört ein Sandwich, damit hat hier alles angefangen.
Five Elephant Kreuzberg – die Rösterei mit dem Käsekuchen
Kreuzberg · CaféFive Elephant KreuzbergZur MapIm Dezember 2010 eröffneten Kris und Sophie in einer ruhigen Straße in Kreuzberg ihr erstes Café. Geröstet wird ein paar Ecken weiter an der Glogauer Straße. 2025 wurde das Café umgebaut, nachdem ein Wasserschaden den Boden unter der Bar zerstört hatte. Die Bar ist jetzt aus Aluminium, dazu kommt eine eigene Ecke für Filterkaffee. Der Philadelphia Cheesecake ist seit dem ersten Tag der Liebling der Gäste, dazu passt ein Filter aus der neuen Ecke.
westberlin – Kaffee und Magazine in St. Agnes
Kreuzberg · CaféwestberlinZur MapKai Bröer hat als Architekt angefangen und westberlin zuerst am Checkpoint Charlie gegründet. Nach einem Brand dort zog das Café ein paar Straßen weiter: Seit Mai 2024 ist es im ehemaligen Gemeindezentrum von St. Agnes zu Hause, einem Bau von Werner Düttmann, den Arno Brandlhuber umgebaut hat. Gebacken wird alles selbst, auch die Brioche, und im Regal liegen Magazine wie Apartamento und 032c. Bei Sonne gehört der Kaffee auf die Dachterrasse.
BEN RAHIM – Kaffee aus der Cezve
Mitte · CaféBEN RAHIM BerlinZur MapWissem Ben Rahim stammt aus Tunesien und hat in Brisbane zum Kaffee gefunden. Zurück in Berlin arbeitete er bei The Barn, im März 2015 eröffnete er sein eigenes Café in einem Hof an der Sophienstraße, gleich bei den Hackeschen Höfen. Neben Espresso und Filter wird Kaffee in der Cezve gekocht, dem kleinen Kännchen aus der arabischen Kaffeekultur. Wer einmal hier ist, trinkt den Kaffee aus der Cezve; Zucker gibt es aus Prinzip nicht.
Oslo Kaffebar – norwegisch am Nordbahnhof
Mitte · CaféOslo KaffebarZur MapKristian Moldskred kommt aus Norwegen. Im Juli 2012 eröffnete er die Oslo Kaffebar an der Eichendorffstraße, in einer ruhigen Seitenstraße gegenüber einem Park, nah am Nordbahnhof. Der Raum verbindet Berliner Beton mit dem Holz eines norwegischen Wochenendhauses, die Kekse sind selbst gebacken, und es laufen alte Platten. Geröstet wird selbst, und zum Filter gehört einer der Cookies.
Concierge Coffee – angefangen in der Pförtnerloge
Schöneberg · CaféConcierge Coffee SchönebergZur MapConcierge Coffee hat 2014 in einem leer stehenden Pförtnerhäuschen am Paul-Lincke-Ufer angefangen, auf rund 15 Quadratmetern, mit einem Fenster als Tresen. Die Gründer Namy Nosratifard und Benjamin Pates rösten seit 2015 selbst, inzwischen gibt es Concierge auch in Los Angeles. Zum Filterkaffee aus der eigenen Röstung passt ein Croissant.
WIM Kaffee – weniger ist mehr
Prenzlauer Berg · CaféWIM KaffeeZur MapWIM steht für „Weniger ist mehr“. Das Café an der Sonnenburger Straße ist winzig, die Karte kurz: Espresso, Americano, Cappuccino, dazu Croissants, hausgemachtes Bananenbrot und Apfeltarte. Inhaberin Patricia hat es 2014 nach einer Babypause und einer Renovierung neu eröffnet. Zum Cappuccino gehört die Apfeltarte.
AKKURAT – das Café einer Filmproduktion
Kreuzberg · CaféAKKURAT CaféZur MapAkkurat Studios ist eine Filmproduktion, gegründet 2019 von Andreas Roth und Rocco Kopecny. Als das Büro an der Besselstraße zu klein wurde, zog das Team in die Nachbarräume und baute dort ein Café. Die Einrichtung stammt aus dem Hamburger Tørnqvist Coffee, das in der Pandemie schloss. Seit Sommer 2021 ist offen, nicht weit vom Jüdischen Museum. Mittags gibt es gegrillte Sandwiches zum Kaffee.
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