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Restaurant in Neukölln

Essen gehen in Neukölln – die 12 besten Restaurants von Rixdorf bis Schillerkiez

Zwei Michelin-Sterne in der Friedelstraße, ein Bib-Gourmand-Tresen in der Okerstraße und Knödel im Reuterkiez: Kein Bezirk isst wie Neukölln.

Kein Berliner Bezirk hat sich kulinarisch in den letzten zehn Jahren so bewegt wie Neukölln: Aus dem Viertel der Spätis und Imbisse ist die dichteste Restaurant-Landschaft der Stadt geworden — mit zwei Michelin-Sternen in der Friedelstraße, einem Bib-Gourmand-Tresen in der Okerstraße und einer Naturwein-Dichte, die ihresgleichen sucht.

Zwölf Adressen zwischen Rixdorf, Reuterkiez und Schillerpromenade — vom Zwei-Sterne-Menü bis zum Knödelteller.

Barra – Bib Gourmand in der Okerstraße

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Chef Daniel Remers und Sommelier Kerry Westhead (zuvor P. Franco in London) fahren saisonale Sharing-Teller aus regionalen Zutaten, dazu Low-Intervention-Weine aus Jura, Loire und Katalonien — 2025 gab es dafür den Bib Gourmand. Auf den Tellern, je nach Markt: Austern mit Algen-Gelee, Spargel mit Bärlauchschaum, Ente mit Pfifferlingen.

Platz am Küchentresen verlangen — Westhead führt die Weinbegleitung, Remers richtet an. Nur Montag bis Freitag geöffnet.

Merold – Fermentation hinter getaggter Wand

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Nach anderthalb Jahren Zwangspause wegen Einsturzgefahr wieder offen: Jonas Merold (Ausbildung bei Tim Raue, Jahre in der Coda Dessert Bar) verbindet japanische Fermentationstechniken mit Brandenburger Produktforschung, Sommelier Anton schenkt Blanc de Noir vom Weingut am Klotz aus. Edelstahltresen, offene Küche, reduzierter Raum.

Beim Käsespätzle-Gang das Imperial-Kaviar-Upgrade mitnehmen — dekadent und heimelig zugleich.

eins44 – Bistroküche in der alten Destille

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Im Hinterhof an der Elbestraße, wo über Jahrzehnte Likör-Essenzen destilliert wurden, kocht eins44 monatlich wechselnde Karten zwischen deutscher und französischer Bistroküche — Teile des Original-Mobiliars stehen noch im Gastraum. Die Weinkarte gräbt bei unbekannteren Winzern aus Deutschland und Frankreich, mit tiefem Riesling-Fokus.

Mittags ist die Karte kompakter und der Hinterhof ruhiger — das klarste Fenster auf die Handschrift des Hauses.

Feed the Pony – Nordatlantik im Schillerkiez

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Köchin Hannah aus Berlin und Sommelier Martin aus Belfast servieren an der Schillerpromenade nordatlantisch-skandinavisch geprägte Teller zu handverlesenen Low-Intervention-Weinen. Der Wein war die Initialzündung des Projekts — biodynamisch im Fokus, aber ohne Dogma. Signature: Brezel Bites mit Hefe-Emulsion zum Glas Vouvray.

Den Keller anfragen — Martin lagert unten mehr und holt auf Wunsch einen funky Naturwein hoch.

Hallmann und Klee – Fine Dining am Böhmischen Platz

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Aus dem einstigen Brunch-Mekka mit den legendären Pancakes ist ein Abend-Fine-Dining geworden: Sarah Hallmann und Rosa Beutelspacher — beide mit Facil-Vorgeschichte — kochen klare, regionale Teller und bekennen sich offen zur Butter. Die alkoholfreie Begleitung wird gleichberechtigt zur Weinkarte geführt.

Vegetarisch wählen: Gemüse ist hier Hauptdarsteller, nicht Beilage — die Liebstöckelbrühe zum Kartoffelpüree trägt den Stil offen.

CODA Dessert Dining – zwei Sterne in der Friedelstraße

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Das erste Dessert-Restaurant der Welt mit zwei Michelin-Sternen: René Frank (World's Best Pastry Chef 2022) dreht Dessert-Technik aufs Salzige — 13 bis 15 Gänge, fünf Geschmacksrichtungen, kein raffinierter Zucker, jeder Gang mit eigenem Drink-Pairing. Draußen Graffiti-Fassade, Einlass per diskreter Klingel.

Wochen im Voraus reservieren und das Pairing einplanen — es ist Teil des Konzepts, kein Add-on.

Gazzo – die Sauerteigpizza, die den Standard setzte

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Sauerteigpizza war in Berlin ein Konzept, bevor Gazzo sie Ende der Zehnerjahre zum Standard machte: Der Teig reift tagelang, das Mehl ist bio, die Toppings kommen von kleinen Höfen der Region. Hinter dem Ofen steht ein norwegischer Pizzaiolo mit Sterneküchen-Vergangenheit — die Pizzen kommen luftig statt verkohlt.

Den Rand mitessen, da steckt die Reifearbeit. Zum Abschluss das Büffelmilch-Softeis mit Olivenöl und Maldon-Salz.

Café Botanico – der Permakultur-Garten von Rixdorf

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Hinter der begrünten Fassade an der Richardstraße liegt der nach eigener Auskunft einzige zertifizierte Bio-Garten in Berlins Innenstadt: über 200 essbare Pflanzen, deren Wildkräuter Inhaber Martin Höfft täglich für den Abendservice pflückt. Die Küche ist italienisch mit Berliner Einschlag, Signature das Ragout vom Havelland-Wildschwein.

Mehrmals im Jahr führt Höfft selbst durch den Garten — knapp eine Stunde, danach Kräuterlimonade auf der Terrasse.

AVIV 030 – Tel-Aviv-Aperitivo in Rixdorf

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Rote Leuchtbuchstaben über dem Eingang eines der schönsten Eckhäuser Rixdorfs, DJ-Pult neben der Bar: Aperitivo, übersetzt nach Tel Aviv und Neukölln zugleich. Die Karte bleibt kurz — vier Gerichte als Pita oder Hummus-Bowl, dazu Köfte aus der Rixdorfer Blutwurstmanufaktur und am Wochenende ein Challah-Burger mit Pulled Beef.

Den panko-knusprigen Blumenkohl mit Amba bestellen — der ehrlichste Grund, nochmal an die Theke zu gehen.

Bari – Day Bar in der Friedelstraße

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Seit Mai 2026 verbindet Bari italienisch-amerikanische Klassiker mit Kiezbar-Atmosphäre: Aperitivo und Drinks am Nachmittag, Pasta und Dinner am Abend, geöffnet Donnerstag bis Sonntag. Ein Ort für lange Nachmittage, die unbemerkt in späte Abende übergehen.

Zum Aperitivo kommen und bis zum Dinner bleiben — genau für diesen Übergang ist die Day Bar gebaut.

Knödelwirtschaft SÜD – vier Knödel, ein Teller

Neukölln · ÖsterreichischKnödelwirtschaft SÜDAuf die Map

Die Fuldastraße-Filiale macht eine Sache und die richtig: Knödel. Vier Sorten rotieren alle paar Monate — Bergkäse und Speck sind gesetzt, dazu Spinat-Ricotta, Rote Bete und eine vegane Tofu-Pilz-Variante. Der kleine Raum erinnert an alte Neuköllner Ladenlokale, die Küche bleibt österreichisch-südtirolerisch und handgemacht.

Die Sorten auf einem Teller mischen — ausdrücklich erlaubt. Zum Abschluss Grießknödel mit Marillenkompott.

Kitten Deli – levantinisch-vegetarisch in der Friedelstraße

Neukölln · BäckereiKitten DeliAuf die Map

Vegetarisches Deli mit israelisch-levantinischem Schwerpunkt, bei dem niemand das Fleisch vermisst: Sabich mit gerösteter Aubergine als Signature, Hummus, gebackener Blumenkohl, Kohlrabi mit Feta und Labneh. Challah und Pita sind hausgebacken, das Wein-Programm läuft bis in den Nachmittags-Aperitivo.

Die Sabich-Plate nehmen, auch wenn die Shakshuka lockt — die Aubergine mit Tahin und Ei ist das Herz der Karte.

Fazit

Neukölln ist längst kein Geheimtipp mehr, aber es ist der Bezirk geblieben, in dem Berlins Küche am dichtesten erzählt wird: Sterne neben Knödeln, Permakultur neben Pita, Naturwein an jeder zweiten Ecke. Wer die Stadt an einem Abend verstehen will, fängt zwischen Rixdorf und Reuterkiez an.