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Restaurant in Kreuzberg

Essen gehen in Kreuzberg – die 13 besten Restaurants zwischen Bergmannkiez und Wrangelkiez

Vier Michelin-dekorierte Küchen, Weltklasse-Tacos und ein Brathähnchen mit Kennedy-Brief überm Tresen: Kreuzberg isst breiter als jeder andere Bezirk.

Kein Bezirk deckt die Spannweite der Berliner Küche so ab wie Kreuzberg: vier Michelin-dekorierte Häuser auf wenigen Quadratkilometern, daneben die vielleicht besten Tacos des Landes, syrische Festtagsküche als Sozialprojekt und ein Wirtshaus, dessen Brathähnchen schon John F. Kennedy angeboten wurde.

Dreizehn Adressen zwischen Bergmannkiez, Graefekiez, Wrangelkiez und Landwehrkanal — von zwei Sternen bis zum Kartoffelsalat.

Restaurant Tim Raue – zwei Sterne aus der Kreuzberger Straßengang

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Tim Raue hat die Straßengang seiner Kreuzberger Jugend auf den Teller gebracht und daraus eine eigene Stilistik destilliert: asiatisch interpretierte Spitzenküche, in der süß, würzig, scharf, salzig und sauer in Balance stehen. Wok und Bambuskorb sind hier Werkzeuge, nicht Folklore — seit Jahren mit zwei Sternen bestätigt.

Der Lunch unter der Woche ist die Variante, an die man am ehesten herankommt — gleicher Küchen-Code wie abends, nur kürzer kuratiert.

Restaurant Horváth – Mister Sellerie am Paul-Lincke-Ufer

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Seit 2015 durchgehend zwei Michelin-Sterne für Sebastian Franks elegante Gemüseküche, in der tierische Produkte nur noch in Soßen und Brühen mitarbeiten. Das Signature „Sellerie reif und jung“ — zwölf Monate im Salzteig gereifter Knollensellerie — hat Frank in der Szene den Namen Mister Sellerie eingebracht.

Service nur Mittwoch bis Samstag ab 18:30 — enges Fenster, mehrere Wochen im Voraus planen.

Nobelhart & Schmutzig – brutal lokal an der Friedrichstraße

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Billy Wagners Konzept heißt brutal lokal: alte Gemüsesorten, Tiere von kleinen Höfen der Region, sechs Gänge im festen Menü, Vinyl im Hintergrund. Signatur ist das sechs Wochen in Butter abgehangene Ferkel mit Zwetschgen-Chili-Marmelade — dazu eine Weinkarte voller stiller Funde.

Nur Dienstag bis Samstag ab 18 Uhr, das Menü ist der einzige Pfad — früh reservieren, oft Wochen im Voraus ausgebucht.

Orania – der XBerg Duck in vier Akten

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Im denkmalgeschützten Bau am Oranienplatz führt Philipp Vogel eine offene Küche mit klaren Linien. Herzstück ist der XBerg Duck, die Berliner Lesart der Pekingente: mehrtägig getrocknet, bei 300 Grad gefinisht, serviert in vier Akten von der Dashi-Brühe mit Innereien-Dim-Sum bis zur Keule im Fried Rice. Sechsmal pro Woche spielt jemand auf dem Steinway.

Den XBerg Duck als Tisch bestellen — vier Akte im Sharing-Format, sonst verpasst man drei Viertel des Konzepts.

MASTAN – Bistronomie vom Ex-Ducasse

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Yann Mastantuono, ex Alain Ducasse, fährt in der Gneisenaustraße unaufgeregte französische Bistronomie: Die Karte rotiert im Drei-Wochen-Takt — vier Vorspeisen, vier Hauptgänge, vier Desserts, immer mit vegetarischer Alternative. Der gebratene Knollensellerie mit Grenobloise und geräucherten Mandeln ist ein Pflichtgang.

Am Tresen Platz nehmen und durch die Glaskarte trinken — glasweise ab 5 Euro, Flaschen ab 25, Frankreich-Schwerpunkt.

St. Bart – Brick Chicken im Graefekiez

Kreuzberg · BarSt. BartAuf die Map

Lee Thompson führt seit 2017 eine britisch-deutsche Symbiose à la St. John's London: Scotch Eggs, Ham Hock Terrine und geräucherter Aal auf der Small-Plates-Seite, Brick Chicken auf der anderen. Auf der Weinkarte Naturweine von Koppitsch und Anders Frederik Steen.

Brick Chicken mit Brokkolini bestellen — die zwei Dishes, um die es hier geht.

Bistro Gri Gri – Terrasse am Landwehrkanal

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Die Tochter der früheren Betreiberin hat das jahrzehntealte Café GriGri am Paul-Lincke-Ufer neu eröffnet — mit Frithjof Gernentz (zuvor Dóttir, Pauli Saal) am Herd. Die Karte läuft leicht und kreativ, Signatur sind gebackene Austernseitlinge mit Zitronenthymian und Aioli, dazu eine Weinkarte zwischen Klassik und kleinen Labels.

Einen großen Terrassen-Tisch am Kanal sichern — lange Kreuzberger Nächte garantiert.

Kanal61 – der Muscheltoast am Erkelenzdamm

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Dunkles Holz, Tannengrün, Schallplatten — und eine täglich wechselnde Karte im Sharing-Format mit Naturwein-Fokus, direkt am Landwehrkanal. Aushängeschild ist der Muscheltoast in Escabeche-Sud, daneben eingelegte Sardinen mit Einkorn-Shoyu und Rindertatar mit Katsuobushi-Soja.

Den Muscheltoast bestellen — die eine Order, die das Haus berühmt gemacht hat. Geöffnet Mittwoch bis Sonntag abends.

Boii Boii – modernes Thai in der Lausitzer Straße

Kreuzberg · ThaiBoii BoiiAuf die Map

Das Team aus der Pop-up-Szene rund um Kin Dee kocht Thai mit echten Kanten — säuerlich, salzig, scharf: kross gebackener Pork Belly mit Chili-Dip, Wolfsbarsch mit Kurkuma im Bananenblatt, dazu eine ernsthaft sortierte Naturweinkarte.

Pork Belly plus ein Glas von der Naturweinkarte — die Kombi sitzt da, wo modernes Thai gerade hingehört.

Long March Canteen – Dim Sum im Neonlicht

Kreuzberg · ChinesischLong March CanteenAuf die Map

Chinesisch im Tapas-Format im Wrangelkiez: Dim Sum als Hausspezialität, Vorspeisen ziehen auf dem Wagen durch den Raum, südchinesisch grundiert. Der Raum bricht mit dem Bild des klassischen Chinarestaurants — schummrig, blaue Neonschrift, schwarz und rot.

Dumplings zuerst bestellen, dann den Vorspeisen-Wagen abpassen — alles parallel im Tapas-Modus statt nach Gängen.

Tacos el Rey – das M-Siegel in der Graefestraße

Kreuzberg · MexikanischTacos el ReyAuf die Map

Die Nixtamal-Tortillas werden vor Ort einzeln frisch gepresst — und die mexikanische Botschaft hat dem Laden als erstem Restaurant weltweit ein M-Siegel für Authentizität ausgestellt. Auf der Karte Birria und Ente, vegane Optionen, vier Salsas zur Selbstbedienung, dazu Horchata und Agua de Jamaica.

Früh kommen — abends steht die Schlange bis auf die Straße. Birria probieren, nur Kartenzahlung.

Kreuzberger Himmel – syrische Festtagsküche mit Mission

Kreuzberg · OrientalischKreuzberger HimmelAuf die Map

Restaurant und Sozialprojekt des Vereins Be an Angel: Das Team aus Syrien, Afghanistan, Irak und Pakistan wird hier geschult und in andere Häuser vermittelt. Auf der Karte knusprige Sanbousaks, Hummus und Baba Ganoush — Signatur ist die Kabse, ein syrisches Festtagsgericht mit Mandelreis.

Vorspeisenplatte für den Tisch, Kabse als Hauptgang, ein libanesischer Cuvée dazu.

Alt Berliner Wirtshaus Henne – das Brathähnchen mit Kennedy-Brief

Kreuzberg · Deutsche KücheAlt Berliner Wirtshaus HenneAuf die Map

Eine Karte, eine Sache: knuspriges Brathähnchen vom Milchmastgeflügel, dazu Kartoffel- oder Krautsalat und ein Bier, gegessen mit den Händen. Über dem Tresen hängt das höfliche Absageschreiben von John F. Kennedy, direkt vor der Tür stand einst die Mauer — heute sitzt Kreuzberg hier neben Touristen am selben Holztisch.

Am Wochenende ohne Reservierung schwierig — wer früh kommt, sitzt im Vorderraum nahe am Kennedy-Brief.

Fazit

Kreuzberg braucht keine Richtung, es hat alle: Sterne-Menüs und Taco-Schlangen, Kanal-Terrassen und Wirtshaus-Holztische, oft nur wenige Straßen voneinander entfernt. Wer sich nicht entscheiden kann, läuft einfach am Landwehrkanal entlang — irgendwann steht man vor der richtigen Tür.