Kreuzberg hat Hunger: Tacos, Brathähnchen, große Küche

Nobelhart & Schmutzig

Ein Menü ohne Zitrone bei Nobelhart & Schmutzig, Sunday Roast bei St. Bart, Pla Tod bei Boii Boii, Tacos aus blauem Mais bei El Rey und ein halbes Hähnchen in der Henne: sieben Adressen in Kreuzberg.

Kreuzberg isst quer durch alle Preisklassen. An einem Ende steht ein Restaurant mit Stern, das keine Zitrone verwendet, weil sie nicht in Brandenburg wächst, am anderen ein Wirtshaus, das seit 1908 dasselbe Hähnchen brät. Dazwischen liegen ein englischer Pub, ein Thai-Restaurant mit Fisch in Karamell und eine Taquería mit Tortillas aus blauem Mais.

Nobelhart & Schmutzig – brutal lokal an der Friedrichstraße

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Als Billy Wagner im Februar 2015 das Nobelhart & Schmutzig aufschloss, wollte er den Produzenten der Region ein Gesicht geben. Bekannt geworden ist das unter dem Motto „brutal lokal“: Was nicht in und um Berlin wächst, gibt es nicht. Keine Schokolade, keine Zitrone, dafür Gemüse und Milchprodukte, jedes Gericht mit höchstens drei, vier Zutaten. Die Küche leitet Micha Schäfer, ein großer Teil der Arbeit ist Einmachen, Pökeln und Säuern.

Gegessen wird an einer langen Theke rund um die offene Küche, Zweiertische gibt es nicht. Das Haus hat einen Michelin-Stern und den grünen Stern für Nachhaltigkeit. Plätze sind knapp, geöffnet ist dienstags bis samstags.

St. Bart – Sunday Roast im Graefekiez

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Lee Thompson stammt aus Australien und eröffnete St. Bart im August 2017 mit seiner Frau an der Graefestraße, als Hommage an London und das St. John von Fergus Henderson. Daraus wurde einer der wenigen echten Gastropubs der Stadt, mit weiß gefliesten Wänden, Kerzenlicht und Pints vom Fass. Es gibt Austern, Langustinen und das Brick Chicken, dazu Gerichte von der Tafel wie Knochenmark auf Toast. Sonntags ist Roast, dafür ist St. Bart im Kiez bekannt, und dann sind die Tische schnell weg.

Bistro Gri Gri – Terrasse am Landwehrkanal

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Die Tochter der früheren Betreiberin hat das jahrzehntealte Café Gri Gri am Paul-Lincke-Ufer als Bistro neu eröffnet. Am Herd steht Frithjof Gernentz, zuvor im Dóttir und im Pauli Saal, und die Küche arbeitet mit Techniken aus der gehobenen Gastronomie. An warmen Tagen sitzt man draußen unter den Kastanien, mit Blick auf den Kanal.

Kanal61 – Teller zum Teilen am Erkelenzdamm

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David Eckman und Jacques Voß haben zusammen im Café Frieda gearbeitet. Seit August 2024 führen sie Kanal61 am Erkelenzdamm, mit offener Küche, viel Grün und Schallplatten. Die Karte wechselt fast täglich, viele Gerichte erinnern an Reisen der beiden nach Japan: eingelegte Sardinen mit Einkorn-Shoyu, Ricotta mit Mandarinen-Koshu, Tatar von der Milchkuh mit Katsuobushi-Soja. Die eingelegten Sardinen sind das Gericht, nach dem man fragen sollte. Abends ist donnerstags bis sonntags offen, am Wochenende auch mittags.

Boii Boii – Fisch in Karamell an der Lausitzer Straße

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Boii Boii heißt auf Thai „oft“. Nita, Peter und Niki haben Anfang 2024 mit Thai Noods angefangen, einem Pad-Thai-Pop-up. Nach einer ganzen Tour durch Pop-ups fanden sie ihren festen Ort an der Lausitzer Straße. Die Karte mischt Klassiker wie Som Tam und Moo Krob mit Neuem: Austern mit Nam Jim, Short Rib mit Basilikum-Knoblauch-Glasur, Margaritas mit Zitronengras. The Infatuation nahm Boii Boii im Juni 2026 in seine Liste der 25 besten Restaurants Berlins auf. Am besten ist der Pla Tod, ein ganzer frittierter Fisch in Fischsoßen-Karamell, zum Schluss der Kokos-Cheesecake mit Limettenschaum.

Tacos el Rey – blauer Mais an der Graefestraße

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Hinter Tacos el Rey steht das Team der Taquería El Oso. Die Tortillas werden aus blauem Mais nach der Nixtamal-Methode vor Ort gepresst, und jeder Taco wird einzeln verkauft, wie in Mexiko. Es gibt Ribeye „El Rey“, Quesabirria, Carnitas de Pato mit Ente und Nopales con Queso, dazu Margaritas, Micheladas und Palomas. Ribeye „El Rey“ und Quesabirria sind die Tacos, für die man herkommt. Durch ein Fenster im Hinterzimmer sieht man beim Tortillapressen zu.

Alt Berliner Wirtshaus Henne – das Brathähnchen mit Kennedy-Brief

Kreuzberg · Deutsche KücheAlt Berliner Wirtshaus HenneZur Map

Die Henne hat 1908 aufgemacht und lag nach dem Krieg direkt an der Sektorengrenze. Später stand die Mauer fünf Meter vor der Tür, über dem Tresen hängt bis heute eine höfliche Absage von John F. Kennedy auf eine Einladung der Wirtsfamilie. Das halbe Jungmasthähnchen kommt mit Kartoffel- oder Krautsalat, dazu ein Bier vom Fass, und gebraten wird erst, wenn du bestellst. Im Sommer sitzt du draußen unter Linden.

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