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Kolo Coffee von außen: weiße Fassade und orange Stühle vor dem Laden in der Brunnenstraße

Kolo Coffee: Wo ich jetzt meinen Kaffee trinke

Ich trinke zwei Cappuccino am Tag. Einen morgens, einen mittags. Und trotzdem hat mich neulich ein Laden in der Brunnenstraße kalt erwischt.

Ich trinke zwei Cappuccino am Tag. Einen morgens, einen mittags. Dazwischen, wenn der Tag es gut meint, ein Filterkaffee. Man kann also sagen: Ich habe Vergleichswerte.

Und trotzdem hat mich neulich ein Laden in der Brunnenstraße kalt erwischt.

Der Laden

Kolo liegt in der Brunnenstraße 158, kurz vorm Rosenthaler Platz. Du erkennst ihn an den orangen Möbeln draußen. Drinnen: klein, hell, unaufgeregt. Hinten wird geröstet, vorne wird getrunken.

Innenraum von Kolo Coffee: orangefarbene Espressomaschine auf dem Holztresen
Foto: Kolo Coffee

Der Mann dahinter heißt Vladyslav Demonenko, kommt aus der Ukraine und hat Titel, die man erst mal googeln muss: Vize-Weltmeister im Coffee in Good Spirits 2022 – das ist die Disziplin, in der Kaffee auf Alkohol trifft – und ukrainischer Brewers-Cup-Champion 2023.

„Kolo“ ist übrigens Ukrainisch und heißt Kreis. Alle sollen reinkommen, alle sollen mitreden. Und so ist es auch: Hier schaut dich niemand schief an, wenn du einfach nur einen Cappuccino willst.

Der Kaffee

Auf der Espressomühle liegt genau eine Sorte. Nicht zehn. Eine. Die, die gerade dran ist – und die sitzt.

Ich hatte einen Filterkaffee und einen Cappuccino. Der Filter zuerst: eine schöne, klare Säure, saftig, fast wie Obst. Ich fange jetzt nicht an, dir Litschi und Bergamotte reinzuerzählen. Ich sag nur: Ich habe langsamer getrunken als sonst.

Dann der Cappuccino: cremig, aber nicht süß. Auch da kommt diese Säure durch die Milch – und genau das macht ihn. Einer der besten, die ich je hatte.

Warum das so ist, sieht man im Laden: Geröstet wird direkt hier, und zwar Zeug, das sonst auf Wettbewerbsbühnen landet – Single Origins, seltene Microlots, Competition-Kaffees. Die Bohnen rotieren mit der Saison, gebrüht wird als V60 oder Batch Brew.

Regal mit Kaffeeboxen und Drip Bags bei Kolo Coffee
Foto: Kolo Coffee

Geheimtipp?

Wäre schön. Ist aber keiner mehr: Bei der Berlin Coffee Week 2025 wurde Kolo zum besten Specialty Coffee Shop der Stadt gewählt. Die Kaffee-Nerds wissen also längst Bescheid. Falls du keiner bist – umso besser. Dann hast du das hier noch vor dir.

WLAN gibt es, arbeiten kannst du da auch. Musst du aber nicht. Trink erst mal den Kaffee.

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