Oukan, Barra, NaNum: Berlins eigenwillige Restaurantküchen

Gegrillter Maitake mit Pflaumenglasur bei Oukan, Teller zum Teilen bei Barra, gesammelte Pflanzen bei aerde, koreanische Fermente auf selbst getöpferter Keramik bei NaNum: sieben Restaurants mit eigener Handschrift.
Fine Dining heißt in Berlin längst nicht mehr weiße Tischdecke und Silberglocke. Die sieben Adressen hier haben wenig gemeinsam, außer dass jede eine klare Idee hat: ein veganes Menü, ein Holzkohlegrill, Fisch direkt vom Markt, Keramik aus der eigenen Werkstatt. Zwei tragen einen Bib Gourmand, eine steht auf der Liste der Sterne-Kandidaten.
Oukan – veganes Fine Dining hinter roter Tür
Mitte · VeganOukanZur MapHinter einer roten Tür im Hinterhof der Ackerstraße liegt ein Raum in Schwarz-Nuancen, inspiriert von moderner japanischer Architektur und Wabi-Sabi. Gegründet hat ihn Tran Mai Huy Thong, der aus dem Modedesign kommt und alles selbst gestaltet hat. Gekocht wird japanisch inspiriert und komplett vegan, mit vielen Fermenten aus dem eigenen Labor.
Das Menü hat vier oder sechs Gänge, gerade etwa gegrillten Maitake mit Pflaumenglasur und Jus von schwarzem Knoblauch oder Flatbread aus fermentierter Süßkartoffel mit Pilz-XO. Am meisten zeigen die sechs Gänge mit der Teebegleitung. Geöffnet ist mittwochs bis samstags ab 18 Uhr.
Barra – Bib Gourmand seit 2020
Neukölln · EuropäischBarraZur MapDaniel Remers und Kerry Westhead stammen aus Manchester. Remers war vorher Küchenchef im Industry Standard, Westhead führt den Service und die Weinkarte. In der Okerstraße gibt es zwei Wege durchs Menü, beide zum Teilen: ein festes Menü mit den Klassikern des Hauses, ohne dass du entscheiden musst, oder à la carte mit Gerichten, die oft nur ein paar Wochen bleiben. Jedes Gericht hat drei, vier Zutaten. Den Bib Gourmand trägt Barra seit 2020. Beim ersten Besuch nimmst du am besten das feste Menü, am Tresen vor der offenen Küche. Geöffnet ist nur montags bis freitags.
aerde – Wald und Feld am Gleisdreieck
Kreuzberg · Europäischaerde restaurantZur Mapaerde liegt Am Lokdepot, nah am Park am Gleisdreieck, und versteht sich als Nachbarschaftsrestaurant. Gekocht wird mit dem, was Wälder und Felder in Berlin und Brandenburg hergeben, von Bauern, Produzenten und Jägern. Einen Teil sammelt und konserviert das Team selbst, Fermentation spielt eine große Rolle. Berlin Food Stories nannte aerde im Juni 2026 einen Kandidaten für einen Stern.
Die Karte besteht aus kleineren Gerichten zum Teilen und wechselt mit der Saison, mehrere für den Tisch sind die richtige Menge. Dazu gibt es hausgemachte alkoholfreie Begleitungen. Geöffnet ist dienstags bis samstags ab 18 Uhr.
stoke – ein Grill als ganzes Konzept
Kreuzberg · JapanischstokeZur Mapstoke ist die Idee von Jeffrey Claudio, Jessica Tan und Niklas Harmsen: Yakitori über Binchotan, mit Fine-Dining-Anspruch. Vom freilaufenden Huhn kommt fast alles auf den Spieß, auch Hals, Herz und Haut. Gegessen wird am Tresen rund um den Grill, das Set-Menü besteht aus Spießen und wechselnden saisonalen Gerichten. Hervorzuheben sind der Oyster-Spieß und die Gyoza-Pie. Der Eingang liegt an der Feilnerstraße.
893 Ryōtei – Spitzenküche hinter Graffiti
Charlottenburg · Japanisch893 RyoteiZur MapAußen eine Fassade voller Graffiti, die wie ein aufgegebener Laden aussieht, innen Lounge und Sushi-Theke. Das 893 Ryōtei gehört The Duc Ngo. Neben Sashimi und Nigiri gibt es Nikkei-Gerichte und Klassiker des Hauses wie Black Cod mit Miso oder Unagi mit Foie gras. Die besten Plätze sind an der Theke, also früh reservieren. Ab vier Personen gibt es das Best-of-Menü für den ganzen Tisch.
NOVEMBER Brasserie – Fisch direkt vom Markt
Prenzlauer Berg · JapanischNOVEMBER BrasserieZur MapFrüher war an der Ecke Husemannstraße das Café November. 2022 hat das Team von The Catch den Ort übernommen und eine japanisch inspirierte Brasserie daraus gemacht. Fisch und Meeresfrüchte kommen direkt von Fischmärkten in Japan und Spanien, an einer kleinen Sushi-Theke siehst du den Köchen beim Schneiden zu. Der Raum ist mit Eichenholz verkleidet, seit 2023 hat das Haus einen Bib Gourmand. Die besten Plätze sind an der Theke. Geöffnet ist dienstags bis sonntags ab 18 Uhr.
NaNum – serviert auf Tellern, die sie selbst töpfert
Kreuzberg · KoreanischNaNumZur MapJinok Kim, vorher Opernsängerin und Keramikerin, hat NaNum mit 66 gemeinsam mit ihrem Mann Dirk Eicken in der Lindenstraße eröffnet. NaNum ist Restaurant und Keramik-Galerie zugleich: Serviert wird auf Tellern, die Kim selbst töpfert.
Die Küche kommt aus der koreanischen Tradition, mit Fermentiertem, Seetang und trocken gereiftem Fisch. Tofu und alle Fermente macht das Team selbst, das Gemüse kommt zum Teil aus dem eigenen Garten. Geöffnet ist mittwochs bis samstags ab 19 Uhr, und wer mehr lernen will, bucht einen der Kochkurse.
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