Döner in Berlin: Wo ich hingehe

Döner in Berlin: Wo ich hingehe

Ich bin in Berlin aufgewachsen. Das heißt, ich habe ungefähr so viele Döner gegessen, wie andere Leute Zähne geputzt haben.

Ich bin in Berlin aufgewachsen. Das heißt, ich habe ungefähr so viele Döner gegessen, wie andere Leute Zähne geputzt haben. Döner war manchmal auch einfach das, was man macht, wenn man um zwei Uhr nachts aus dem Club kommt und keine Lust hat, über sein Leben nachzudenken.

Bevor ich beginne: Nein, ich schreibe jetzt keine Top 10, sondern sage dir einfach, wo ich hingehe.

Hasir am Nollendorfplatz

Es gibt diesen Laden am Nollendorfplatz, das Hasir. Er ist kein Geheimtipp, aber viele wissen gar nicht, dass man dort auch Döner und Dürüm mitnehmen kann. Die meisten laufen einfach daran vorbei.

Was die wenigsten wissen: Das erste Hasir-Restaurant eröffnete in der Adalbertstraße in Kreuzberg. Der Gründer Mehmet Aygün soll der Legende nach der Erste gewesen sein, der Döner im Fladenbrot verkaufte. Ob das stimmt, darüber streiten sich die Leute bis heute.

Aber das Fleisch. Bei Hasir ist es ein Yaprak-Döner: echte Kalbfleischscheiben, von Hand Lage für Lage geschichtet und nicht gepresstes Industriefleisch. Die äußeren Schichten werden knusprig, während das Fleisch im Inneren saftig bleibt. Du bekommst beides gleichzeitig – und das ist kein Zufall, sondern Handwerk. Das Rezept stammt aus der eigenen Metzgerei der Familie.

Döner
Must Eat

Döner

Saftiges Kalbfleisch, frischer Salat und hauseigene Saucen im knusprigen Brot

Gibt's bei Hasir in SchönebergAuf die Map

Uludag, oder: Warum das Brot plötzlich wichtig wurde

Bei Uludag in der Kolonnenstraße in Schöneberg backen sie das Brot selbst. Natürlich gibt es viele Läden, die das tun, aber wer sich die Mühe macht, das Brot selbst zu backen, achtet in der Regel auch auf die anderen Aspekte. Er achtet beispielsweise darauf, dass das Fleisch von guter Qualität ist.

Der Inhaber des Ladens steckt jeden Tag den Spieß selbst. Sieben Tage die Woche. Wenn er nicht da ist, gibt es vorne keinen Döner.

Und wenn du dann hineinbeißt, denkst du: Moment, warum hat sich bisher niemand richtig ums Brot gekümmert?

Bei Uludag würde ich das Brot auch einfach so essen. Mit viel handgeschlagener Butter drauf. Fertig.
Döner
Must Eat

Döner

Frisch vom Spieß geschnitten, mit knackigem Salat, Kräutern & Sauce im warmen Fladenbrot

Gibt's bei Bursa Uludag Kebapcisi in SchönebergAuf die Map

Imrem – laut, chaotisch und irgendwie anders

Imren ist laut. Manchmal auch chaotisch. Aber es gibt Tee – und den gibt es aufs Haus. So viel man möchte.

Das Fleisch wird in Zwiebeln und Joghurt mariniert und mit Zimt, Kreuzkümmel sowie Lammfett gewürzt. Das verleiht diesem Döner seinen kräftigen, tiefen Geschmack, den man sonst nirgendwo findet. Es ist etwas Warmes und Würziges, das man nicht so schnell vergisst.

Saucen

Ich bin kein Saucenmensch. Da draußen gibt es Leute, die Kräuter-, Knoblauch- und scharfe Sauce bestellen – am besten alle drei zusammen – und dann schwimmt das Ding quasi. Soll jeder machen, wie er will.

Für mich reicht etwas Sumach und ein Spritzer Zitrone. Das Fleisch soll nach Fleisch schmecken. Ich möchte nicht, dass mein Döner aussieht wie ein Salat mit Sylter Dressing. Wenn du ein Saucenmensch bist, dann sei ein Saucenmensch.

Und jetzt zum traurigen Teil

Ein Döner kostet mittlerweile 8,50 Euro. Manchmal sogar 10 Euro. Ich erinnere mich noch an Zeiten, in denen das Essen für Leute war, die nicht viel Geld hatten. Studenten, Bauarbeiter, Schüler auf dem Heimweg. Du hattest vier Euro, dann gab es Döner.

Das ist vorbei. Und das ist schade. Döner war einmal ehrliches Essen für einfache Leute – und irgendwie fühlt sich das falsch an. Die Fleischpreise sind gestiegen, die Mieten auch, her şey pahalı. Aber beim Döner hat man nie nachgerechnet.

Egal. Ich hole ihn mir trotzdem. Vielleicht nicht mehr so oft wie früher. Aber für mich ist Berlin Döner – und wenn der irgendwann 15 Euro kostet, dann heule ich halt. Aber er wird mir umso mehr schmecken.

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